Leuchtenprüfgerät

EN 60598-1 sichert CE-Kennzeichnung

Zur Wärme, Elektrotechnik, Schutzart nach IP und zu mechanischen Eigenschaften braucht es fundierte Aussagen nach Leuchtenbaunorm (EN 60598-1) und elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV), damit das CE-Zeichen angebracht werden kann. Für den Erhalt des europäischen Sicherheitszeichens müssen sämtliche Prüfungen der staatlichen Bewilligungsstelle eingereicht werden.

 

Einen Teil dieser Prüfung, die Funktionen elektrische Prüfung und Wärmeprüfung nach EN 60598-1, übernimmt das Delphin Leuchtenprüfgerät (LPG) vollautomatisiert.

Wärme- und Elektrische Prüfung vollautomatisiert

Das Prüfgerät selbst besteht aus einem Wandgehäuse/Schaltschrank (optional einem Slave-System) (500 x 500 x 300 cm) in dem alle messtechnischen Komponenten, wie das Message- und Leistungs-Messgerät integriert sind.

 

Netzschalter zum einzelnen Zuschalten der Prüfspannungen 0,9; 1,0; 1,06 und 1,1-fache Unenn stehen neben den standardmäßig enthaltenen 16 Thermoelementbuchsen je Leuchtenprüfgerätebox zur Verfügung. Diese 16 Thermoelementanschlüsse werden den 2 oder 4 (mit Slavebox) Messkreisen zugewiesen. Sollten mehr als 16 Thermoelemente benötigt werden, kann jede Box ab Werk mit bis zu 64 Thermoelementanschlüssen ausgestattet werden.

 

Die Messkreise bieten jeweils Anschlüsse für Prüflinge wie EVG-Leuchten, VG-Leuchten, Trafo- und Glühlampen sowie moderne LED-Leuchten.

 

Die Bedienschnittstelle bildet ein handelsüblicher PC mit Netzwerkanschluss. Die bedienungsfreundliche Windows-Software zur Konfiguration, Datenarchivierung und Reporterstellung ist im Lieferumfang enthalten und kann auf mehreren PCs installiert werden. Mit einem PC können eine beliebige Zahl von Master-/Slave-Boxen bedient und die wärmetechnische Prüfung nach EN 60598-1 durchgeführt werden.

 

Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch die DAkkS-rückführbare Kalibrierung der Leuchtenprüfgeräte vor Ort an.

Ausführung - Einsatz im Prüflabor – jederzeit erweiterbar

Die Leuchtenprüfgeräte sind so aufgebaut, dass eine Masterbox - entspricht der kleinsten Ausbaustufe – jederzeit durch eine Slavebox erweitert werden kann. Mit einer Masterbox - als Basiseinheit - erhalten Sie zwei Messkreise mit 16 den einzelnen Messkreisen zuweisbaren Thermoelement-Eingängen und somit Anschlussmöglichkeiten für 1- oder 2-flammige Leuchten.

 

Mit einer Slavebox erhalten sie nochmals zwei zusätzliche Messkreise (Kreis 3 und 4) mit 16 weiteren Thermoelement-Eingängen, so dass ein Master-Slave-System für 4-flammige Leuchten mit bis zu 32 Thermoelementen gemessen werden kann. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, mehrere Prüflinge unabhängig voneinander zu messen.

 

Weitere Master-Slave-Systeme oder auch einzelne Masterboxen können in das System integriert werden. Hierbei wird die dazugehörige Software umkonfiguriert. Entsprechend der Hardwarekonfiguration angepasste Boxen stehen mit Ihren jeweils bis zu vier Messkreisen zur Verfügung.

Für die Zukunft gewappnet – Leistungsmessgeräte für Sekundärgrößen

Mittels eines zusätzlichen Leistungsmessgerätes (gut platzierbar auf der Masterbox), können mit der Masterbox – jeweils Messkreis 1 und 2 – auch elektrische Sekundärgrößen von EVG-Leuchten oder den LED-Leuchten mit erfasst und in den Protokollen ausgegeben werden.

Ein PC als Steuerzentrale

Mit nur einem Betriebssystem (ab Windows XP aufwärts) steuern Sie den kompletten Messablauf. Der Zugriff auf die Messdaten, auch von anderen PCs aus, wird durch den Einsatz von einer SQL-Datenbank ermöglicht. So können alle Anwender jederzeit auf die Messungen zugreifen.

Das gesamte Softwarepaket besteht aus:

  • Datenbank-Editor - zum Einpflegen von Leuchtenkomponenten, Prüfern etc.
  • Konfigurator - zum Erstellen und Ändern von Messabläufen
  • Leuchtenprüfgerät - starten des Messablaufes für eine beliebige Anzahl von Leuchten - unabhängig voneinander
  • Reportgenerator - Industrie- oder Prüfstellenprotokoll in verschiedenen Sprachen generieren
  • Win 3.11 Konverter - konvertieren der Protokolle und Messabläufe von den alten Delphin Systemen in die neue Version

Funktion - Automatisierter Prüfablauf

Die einfach zu bedienende Software für das Leuchtenprüfgerät (LPG) läuft auf jedem Standard-PC mit Windows XP oder höher. Sie ermöglicht die Eingabe aller relevanten Prüfparameter. Der Prüfablauf wird in wesentliche Prüfschritte gegliedert und läuft nach dem Start automatisch ab.

 

Der Abbruch der Prüfabschnitte und die Wiederaufnahme sind jederzeit möglich. Nach Ende der Prüfung erfolgt das Erstellen der Prüfprotokolle, wahlweise als Industrie- oder als Prüfstellenprotokoll in Deutsch, Englisch oder Französisch.

Aufzeichnung aller relevanten Daten

Neben den Temperaturen werden auch die elektrischen Größen (U, I, P) sowohl primär- als auch sekundärseitig während des Prüfablaufs gemessen. Für EVG-/LED-Leuchten besteht mit der Leistungsmessgeräteoption die Möglichkeit die elektrischen Daten je Lampenkreis aufzuzeichnen.

 

Leuchten mit hochfrequenten Versorgungen wie z. B. bei LED-Leuchten werden ebenfalls mit dem Leistungsmessgerät sauber erfasst.

 

Bei Trafoleuchten ist zur Messung des Wicklungswiderstandes ein speziell entwickeltes Widerstandsmessmodul eingebaut. R-kalt und R-warm sowie Wicklungstemperaturen werden ermittelt.

Prüfungsablauf nach EN 60598-1

  • Kaltmessung der Wicklungswiderstände von induktiven Vorschaltgeräten oder Transformatoren
  • Einbrennphase, Prüfung der elektrischen Größen nach Einbrennphase
  • Prüfung bei Normalbetrieb, bei 0,9-, 1,0-, 1,06- und 1,1-facher Nennspannung
  • Prüfung des anomalen Betriebs bei 1,1-facher Nennspannung
  • F-Prüfung
  • TS-Prüfung (Temperatursicherung) und Halbwellenbetrieb

    Prüflinge

    • LED-Leuchten und Betriebsgeräte
    • Leuchten mit Vorschaltgeräten (induktiv, kapazitiv)
    • Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG)
    • Niedervolttrafoleuchten
    • Elektronische Niedervolttrafoleuchten
    • Leuchten mit Spartrafo (US-Leuchten)
    • Leuchten mit Hochdruckentladungslampen (HQL, NAV)
    • Glühlampenleuchten

    Software für Leuchtenprüfgerät - Verschiedene Programmteile

    Die einzelnen Programmteile der Leuchtenprüfgerätesoftware bilden den kompletten Ablauf der Wärme- und elektrischen Prüfung nach EN 60598-1.

    Konfigurator

    Der Konfigurator bildet den Grundstein der LPG-Software. Mittels des Konfigurators werden die Prüfart, der Prüfverlauf und die Rahmenparameter wie z. B. Vorschaltgerätetyp, Treiber, Temperaturmessstellen und Prüfer festgelegt.

     

    Diese Daten werden dann in Containerdateien (*.lpk) gespeichert und können durch die eigentliche Leuchtenprüfgerätesoftware gestartet werden.

    Automatisierte Prüfung mit dem Leuchtenprüfgerät

    Auf Basis der vom Konfigurator erstellten Containerdatei erfolgt die Messkreis- und Messstellenzuweisung mit dem Programmteil „Leuchtenprüfgerät“. Nach erfolgter Zuweisung wird hier die automatische Prüfung nach EN 60598-1 gestartet. Für jeden Messkreis wird ein separates Fenster geöffnet, wo in einem Log-Modus die durchgeführten Prüfschritte angezeigt werden. Ebenso werden aktuelle Temperaturen und deren momentaner Beharrungszustand mitgeteilt.

     

    Durch manuelle Bedienung können jederzeit die elektrischen Werte gemessen und angezeigt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit den aktuellen Temperaturverlauf seit Beginn der Messung anzuzeigen.

    Standardisierte Protokollerstellung

    Der Reportgenerator, welcher auch auf anderen Arbeitsplatz-PCs installiert sein kann, ermöglicht die Erstellung von standardisierten, mit Prüfgesellschaften abgestimmten Prüfprotokollen zu der jeweiligen Prüfung. Dabei wird eine Normierung der Umgebungstemperatur vorgenommen und alle Messwerte auf 25° Raumtemperatur umgerechnet. Die Ausgabe erfolgt dann auf dem Bildschirm, Drucker oder in ein PDF-Dokument und ist in Englisch, Französisch und Deutsch möglich.

     

    Neben den prüfstellenrelevanten Daten besteht die Möglichkeit ein Industrieprotokoll mit weiterführenden Informationen anzuzeigen und auszudrucken.

    SQL-Datenbank für wiederkehrende Eingaben

    Auf dem Prüfstellenrechner ist eine SQL-Datenbank im Hintergrund hinterlegt, in welcher eine Vielzahl von Parametern hinterlegt werden können. Der mitgelieferte Datenbank-Editor ermöglicht die Eingabe von Temperaturmessstellen und deren Definition als Beharrungselement, genauso wie verwendetes Zubehör z. B. EVG-Gerätetyp, Leuchtmittelbezeichnungen und deren technischen Nenndaten, sowie Prüfer, Kundendaten etc.

     

    Auf diese Datenbank kann selbstverständlich auch von allen anderen Arbeitsplätzen (von berechtigten Personen) zugegriffen werden.

    Alte Messreihen öffnen und konvertieren

    Die Erfolgsstory der automatischen Leuchtenprüfung nach EN 60598-1 ist lang. Schon zu DOS- und Windows 3.x-Zeiten wurden Leuchten mit Delphin Systemen geprüft. Um alte Messreihen öffnen und auf alte Protokolle zugreifen zu können, sowie ähnliche Messungen nicht komplett neu konfigurieren zu müssen, ist bei der Software ein Konverter enthalten, der es ermöglicht:
     

    • Alte Protokolle in die neue Software zu integrieren
    • Alte Messreihen erneut auszuführen, bzw. zu ändern

    Leuchtenprüfgerät

    Prüfkapazität
    Anzahl Prüfplätze MasterboxJe Box 2 Lampenmesskreise
    Anzahl Prüfplätze SlaveboxJe Box 2 Lampenmesskreise
    Anzahl Lampenkreise / PrüflingJe Prüfling 1 .. 4 Lampenmesskreise
    Anzahl Prüflinge pro EinheitJe Master-/Slavebox-Kombination bis 4 Prüflinge gleichzeitig und unabhängig voneinander


    Temperaturmessung

    Anzahl ThermoelementeingängeStandard je Box 16, erweiterbar bis 64
    SteckverbindungThermominiatursteckverbinder, verpolungssicher
    ThermoelementetypenBeliebig, alle Typen, wie z. B. J, L, K, T, S, ...
    ThermoelementetypenTyp J: –210 .. 1.200 °C, Typ K: –270 .. 1.372 °C
    VergleichsmessstelleAutomatische Vergleichsmessstellenkompensation
    Umgebungstemperaturmessungmittels präszisem Pt100, im Lieferumfang enthalten
    Normierung d. TemperaturenAutomatische Normierung auf 15 °C, 25 °C oder andere Werte

    Widerstandsmessung / Wicklungstemperatur
    Messgrößen WiderstandR-Kalt / Warm-Messung primär / sekundär Wicklung
    Messbereich Widerstand0 .. 10 kOhm, automatische Messbereichswahl
    MessstromAutomatische Messstrom-Adaption
    MessverfahrenPräzise durch 4-Leiter-Widerstandsmesstechnik
    Berechnung twNormenkonforme Ermittlung unter Berücksichtigung der Umgebungstemperatur

    Elektrische Messung
    Messgrößen SpannungUnenn,Uprim,Usek,ULampe,UVorschaltgerät
    Messbereiche Spannung0 .. 320 VAC, TRMS, automatische Messbereichswahl
    Messgrößen StromInenn,Iprim,Isek,ILampe,IVorschaltgerät
    Messbereiche Strom0 .. 1 AAC, 10 AAC, 20 AAC (über Shunt), TRMS, automatische Messbereichswahl
    Messgrößen LeistungPnenn,Pprim,Psek,PLampe,PVerlustermittelt
    Messbereiche LeistungResultierend aus Strom- und Spannungsbereichen, automatische Messbereichswahl

    Allgemeine technische Daten
    GewichtMasterbox ca. 17 kg, Slavebox ca. 15 kg
    AbmessungenB 500 x H 500 x T 300 mm
    BefestigungWandmontage oder auf fahrbarem Rack (Zubehör)
    Temperaturbereich–20 .. 60 °C
    Versorgungsspannung230 VAC ± 10 %, alternativ 115 VAC ± 10 %
    Leistungsaufnahmemax. 100 VA
    Steuerung und MessdatenerfassungTopMessage-System (Delphin Standard-Produkt)
    NetzwerkanschlussRJ45, TCP IP, HTTP, SMTP, SNTP

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