Ein Bus ist ein gemeinsames Kommunikationssystem zur Datenübertragung zwischen mehreren Geräten oder Teilnehmern über einen gemeinsamen Übertragungsweg. An diesen Übertragungsweg – beispielsweise eine Leitung oder ein Kabelsystem – können mehrere Geräte angeschlossen sein, die über definierte Kommunikationsregeln Daten austauschen.
Da sich alle Teilnehmer den gleichen Übertragungsweg teilen, kann zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur ein Gerät aktiv senden, während die übrigen Teilnehmer zuhören. Um Konflikte zu vermeiden und einen geordneten Datenaustausch zu ermöglichen, wird der Zugriff auf den Bus durch festgelegte Buszugriffsverfahren geregelt.
Zu den typischen Verfahren gehören beispielsweise:
- Master-Slave-Prinzip: Ein zentrales Gerät (Master) steuert die Kommunikation und fragt die angeschlossenen Teilnehmer (Slaves) nacheinander ab.
- Multi-Master-Prinzip: Mehrere Geräte können selbstständig Kommunikationsvorgänge starten; ein Mechanismus zur Kollisionsvermeidung regelt den Zugriff auf den Bus.
- Token-Passing-Verfahren: Ein virtuelles „Token“ wird von Teilnehmer zu Teilnehmer weitergegeben; nur der Teilnehmer, der das Token besitzt, darf senden.
Während der Kommunikation können andere Teilnehmer den Datenverkehr passiv mitlesen, ohne selbst aktiv daran teilzunehmen. Diese Form des Mithörens wird häufig als Sniffing bezeichnet und wird beispielsweise zur Diagnose, Analyse oder Fehlersuche eingesetzt.
In der industriellen Automatisierungs- und Messtechnik werden Bussysteme häufig eingesetzt, um Sensoren, Aktoren, Steuerungen und Messdatenerfassungssysteme effizient miteinander zu vernetzen. Typische Beispiele sind Feldbus- und industrielle Kommunikationssysteme, die eine strukturierte und zuverlässige Datenübertragung zwischen vielen Geräten ermöglichen.