CAN-Raw

CAN-Raw

CAN-Raw bezeichnet die direkte Nutzung des Controller Area Network (CAN) auf der Ebene der reinen CAN-Telegramme, ohne zusätzliche Kommunikationsprotokolle der höheren Anwenderschichten. Dabei werden ausschließlich die grundlegenden CAN-Datenframes übertragen und ausgewertet. Protokolle wie CANopen, J1939 oder DeviceNet, die auf dem CAN-Bus aufsetzen und zusätzliche Regeln für Datenstrukturen, Adressierung oder Gerätekommunikation definieren, kommen bei CAN-Raw nicht zum Einsatz.

In der Mess-, Prüf- und Automatisierungstechnik ermöglicht CAN-Raw einen direkten Zugriff auf die Kommunikation eines CAN-Netzwerks. Anwender können einzelne CAN-Nachrichten mit ihren Identifiern und Nutzdaten (Payload) erfassen, analysieren, speichern oder gezielt senden. Dadurch eignet sich CAN-Raw insbesondere für Diagnoseaufgaben, Entwicklungsprojekte, Fehlersuchen sowie die Integration kundenspezifischer CAN-Protokolle.

Ein wesentlicher Vorteil von CAN-Raw liegt in seiner hohen Flexibilität. Da keine festen Vorgaben durch ein übergeordnetes Kommunikationsprotokoll bestehen, können Messsysteme individuell an spezifische Anwendungen angepasst werden. Dies ist beispielsweise bei der Entwicklung von Steuergeräten, der Analyse von Fahrzeugbussystemen, bei Prüfstandsapplikationen oder in industriellen Automatisierungsumgebungen von Bedeutung.

Moderne Messdatenerfassungssysteme und Datenlogger unterstützen häufig die Erfassung von CAN-Raw-Daten, um Buskommunikation parallel zu analogen und digitalen Messgrößen aufzuzeichnen. Dadurch lassen sich Prozessdaten, Steuerbefehle und Zustandsinformationen synchron erfassen und auswerten. In Verbindung mit leistungsfähigen Mess- und Softwarelösungen können CAN-Nachrichten dekodiert, visualisiert und für weiterführende Analysen genutzt werden.

CAN-Raw bildet damit die Grundlage für eine herstellerunabhängige und flexible Kommunikation auf dem CAN-Bus und ist insbesondere dort von Vorteil, wo maximale Kontrolle über die übertragenen Daten erforderlich ist.