Entprellung

Entprellung

Die Entprellung ist ein Verfahren aus der Elektro-, Mess- und Automatisierungstechnik zur Unterdrückung unerwünschter Signaländerungen bei digitalen Signalen. Sie wird insbesondere bei mechanischen Schaltern, Tastern, Relaiskontakten und anderen digitalen Eingängen eingesetzt.

Beim Betätigen eines mechanischen Schalters entsteht häufig nicht sofort ein eindeutiger Signalwechsel. Durch mechanische Schwingungen und Kontaktbewegungen kann der Kontakt innerhalb weniger Millisekunden mehrfach öffnen und schließen. Statt eines einzelnen Schaltvorgangs entstehen mehrere kurze Impulse, obwohl nur ein einziger Tastendruck oder Schaltvorgang beabsichtigt war.

Ohne Entprellung würden Mess- oder Steuerungssysteme diese Impulse als mehrere Ereignisse interpretieren. Dies kann zu Fehlzählungen, unerwünschten Schaltvorgängen oder fehlerhaften Prozessabläufen führen.

Die Entprellung sorgt dafür, dass solche kurzen Störimpulse erkannt und entsprechend behandelt werden. Je nach Anwendung können dabei verschiedene Verfahren eingesetzt werden:

  • Unterdrückung sehr kurzer Impulse
  • Verzögerte Übernahme eines Signalzustands
  • Verlängerung gültiger Impulse
  • Filterung von Signalflanken
  • Zeitbasierte Plausibilitätsprüfung von Schaltvorgängen

In modernen Mess- und Datenerfassungssystemen erfolgt die Entprellung häufig softwareseitig. Dabei wird festgelegt, wie lange ein Signalzustand anliegen muss, bevor er als gültig erkannt und weiterverarbeitet wird.

Typische Anwendungen der Entprellung:

  • Taster und Bedienelemente
  • Endschalter und Grenztaster
  • Relaiskontakte
  • Digitale Eingänge von SPS-Systemen
  • Impuls- und Ereigniszähler
  • Maschinen- und Anlagensteuerungen

Vorteile der Entprellung:

  • Vermeidung von Fehlzählungen
  • Erhöhung der Signalqualität
  • Zuverlässige Erkennung von Schaltvorgängen
  • Verbesserte Prozesssicherheit
  • Reduzierung unerwünschter Schaltbefehle

In der Mess- und Automatisierungstechnik ist die Entprellung eine wichtige Funktion zur Sicherstellung einer zuverlässigen Verarbeitung digitaler Signale. Sie trägt dazu bei, dass Schaltzustände und Ereignisse korrekt erfasst und ausgewertet werden.