ODBC (Open Database Connectivity)

ODBC (Open Database Connectivity)

ODBC (Open Database Connectivity) ist eine herstellerunabhängige, standardisierte Schnittstelle für den Zugriff auf relationale Datenbanksysteme. Sie wurde bereits Anfang der 1990er Jahre von Microsoft auf Basis der SQL-Spezifikation der SQL Access Group entwickelt und hat sich seither als branchenübergreifender Industriestandard etabliert. Als Datenbanksprache nutzt ODBC SQL – umgangssprachlich häufig als „Structured Query Language“ bezeichnet, nach ANSI-Definition jedoch ein feststehender Eigenname. Der entscheidende Vorteil von ODBC liegt darin, dass Anwendungen über eine einheitliche Programmierschnittstelle (API) auf ganz unterschiedliche Datenbanksysteme zugreifen können, ohne für jedes System eine eigene, proprietäre Anbindung entwickeln zu müssen.

Wie funktioniert ODBC?

ODBC fungiert als Vermittlungsschicht zwischen einer Anwendung und einem Datenbanksystem. Möchte ein Programm auf eine Datenbank zugreifen, sendet es seine Anfrage nicht direkt an das jeweilige Datenbanksystem, sondern an den ODBC-Treiber-Manager. Dieser leitet die Anfrage an den passenden, herstellerspezifischen ODBC-Treiber weiter, der wiederum die eigentliche Kommunikation mit der Datenbank übernimmt und die Ergebnisse in standardisierter Form zurückliefert. Durch diese Architektur ist es unerheblich, ob im Hintergrund beispielsweise Microsoft SQL Server, Oracle, MySQL, DB2 oder eine andere relationale Datenbank läuft – die Anwendung kommuniziert stets über dieselbe, einheitliche Schnittstelle und denselben SQL-Befehlssatz. Das macht ODBC-basierte Lösungen besonders flexibel, plattformübergreifend einsetzbar und einfach zu warten, da bei einem Wechsel des Datenbanksystems in der Regel lediglich der Treiber ausgetauscht werden muss.

Warum ist ODBC in der Messtechnik relevant?

In der industriellen Messdatenerfassung fallen häufig große Mengen an Mess- und Prozessdaten an, die nicht isoliert betrachtet werden sollen, sondern im Zusammenhang mit weiteren Unternehmensdaten stehen – etwa Prüflingsparametern, Auftragsdaten, Rezepturen oder Ergebnissen aus vorangegangenen Prüfläufen. Über eine ODBC-Schnittstelle lassen sich Messtechnik-Software und klassische Unternehmensdatenbanken oder ERP-Systeme direkt miteinander verbinden. So können Sollwerte und Prüfparameter vor Beginn einer Messung automatisiert aus einer Datenbank gelesen und nach Abschluss der Messung die verarbeiteten Ergebnisse ebenso automatisiert zurückgeschrieben werden. Dies reduziert manuelle Eingaben, vermeidet Übertragungsfehler und schafft die Grundlage für durchgängig automatisierte, nachvollziehbare Prüf- und Messprozesse.

ODBC bei Delphin – Praxisbezug

In der Messtechnik-Software ProfiSignal von Delphin Technology steht die SQL-/ODBC-Schnittstelle als Programmierschnittstelle zu relationalen Datenbanksystemen wie Microsoft SQL Server, Oracle oder MySQL zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise Prüflingsparameter aus einer Prüfstanddatenbank einlesen und die von ProfiSignal aufgezeichneten und vorverarbeiteten Prüfergebnisse automatisiert zurückschreiben. In Kombination mit weiteren Schnittstellen der Messtechnik-Software trägt ODBC so dazu bei, Messdatenerfassung, Prüfstandsautomatisierung und übergeordnete Unternehmenssysteme nahtlos miteinander zu verzahnen.